Neuer Charakter: Vincent Sturm

23.01.2022 Willkommen auf der Seite von Das Goldene Zeitalter! Wir freuen uns euch mitteilen zu dürfen, dass wir nach unserer abschließenden Teamsitzung beschlossen haben, den Server offiziell um 20:00 Uhr heute zu öffnen. Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen und wir freuen uns euch schon bald im RP erleben zu dürfen! Mit lieben Grüßen, euer Goldenes Zeitalter! Teamspeak: 62.104.20.135:10004 Facebook: https://www.facebook.com/ark.dgz/ Twitter: https://twitter.com/AZeitalter?s=09 Discord: https://discord.gg/WJYsNyAg8C Danke für dein Interesse. Gezeichnet Owner Mario
  • 11. August 2018, Seeholz in Schleswig Holstein.


    Zufrieden streckte Vincent Sturm sich auf seinem Bett aus und schaltete die Musik in seinen Kopfhörern ab – „The Art of Dying“ von Gojira. Es war herrlich, sich nach dem Duschen auf einem sauberen Bett hinfläzen zu können. Die Kunst, es zufrieden zu tun hatte er sich mühevoll antrainiert. Aufatmend, die Augen schließend, ging er seine Pläne für den nächsten Tag noch einmal durch, ein Ritual, das seine Seele beruhigen und dem geruhsamen Schlaf näher bringen sollte. Die seltsamen Nachrichten, von denen er beim Zähneputzen im Radio gehört hatte blendete er dabei aus. Draußen mochte geschehen, was wolle, hier in Seeholz würde alles lange bleiben wie es war. Das Umland war weit, die Rapsfelder boten den kleinen Orten Schleswig Holsteins Schutz. Jede Veränderung, die Politik und Wirtschaft in Unruhe versetzte fuhr meistens mit Karacho auf den städteverbindenden Straßen – von denen die nächste ein paar Kilometer entfernt lag - an Orten wie diesen vorbei.


    Zunächst der Laden. In Seeholz gab es nicht viele Geschäfte, Vincent arbeitete in einem Lebensmittelgeschäft einer kleinen Kette als Verkäufer und Lagerist. Das war anspruchslos und trivial. Der Ladenbesitzer erlaubte ihm, seine langen, blonden Haare zu einem Zopf zu binden und seine T-Shirts mit Motiven unter einer Weste zu tragen. Das Gehalt war nicht das Beste, aber es ließ sich leben und genügte, um sein Hobby zu finanzieren, von dem er träumte es einmal als seinen Hauptberuf ausüben zu können. Wonnevoll und ohne Scham übersprang er diesen Teil seines Alltages rasch, denn das, was nach seiner Schicht, die um 16:30 endete, kommen sollte, darauf freute er sich besonders:


    Er würde nach seinen Magazin-Beuten sehen. Kästen aus Weymouth-Kiefer mit ca. 3 cm starken Wänden. Sie bestanden aus Halbzargen. Im Juli hatte er geerntet, auch die Varroabehandlung und Winterfütterung hatte er bereits vollzogen, das war vor ein paar Tagen. Vincent schmunzelte, viele Leute dachten darüber falsch. Es hieß zwar „Winter“fütterung, doch die eigentliche Fütterung fand meistens im Spätsommer statt, da unter 10°C kein Futter mehr aufgenommen und für den Winter eingelagert werden würde.


    Das Futter anzurühren war eine recht delikate Angelegenheit und man musste nicht nur beachten wie die Witterung des Jahres gewesen war, sondern man musste die Magazinbeuten regelmäßig wiegen und danach abschätzen, wie gut das Bienenvolk welches darin lebte im Futter stand und auf den Winter vorbereitet war. Der Sirup, den er anrührte bestand aus etwa 3kg Zucker auf 2 Litern Wasser vermengt mit eigenen Honig, einer Prise Salz und Kamillentee. Dieses Jahr waren es dreimal ungefähr 14 Kilo, die er seinen drei Völkern gegeben hatte. Dieses Futter gab er immer direkt in die Beuten hinein, denn Bienenvölker neigten dazu, einander auszurauben wenn Futter offen herumlag. So hatte Vincent auch immer Lappen und Eimer dabei, wenn er die Rähmchen tauschte, um Kleckse wegzuwischen. Imkerei war nicht unbedingt eine leichte Arbeit, eine zu erntende Honigzarge konnte je nach Beutetyp bis zu 30 kg auf die Waage bringen, doch es war gute Arbeit die ihn befriedigte.


    Es gab vor allem Raps in seiner Tracht, gelb und golden. Der Rapshonig, den die Bienen welche unter seiner Aufsicht standen produzierten war herzhaft und stark. Man entnimmt die Rahmen – nicht die Brutrahmen!, der gehört den Bienen – meistens morgens oder abends, wenn die Bienen noch nicht so stark fliegen, morgen wäre es abends, nach der Arbeit. All diese Details erfreuten ihn, er nickte mit geschlossenen Augen.


    Wie stolz er gewesen war, als er sein erstes Glas geschleudert, geseiht und gesiebt und zum Schluss das Gütesiegel aufgeklebt hatte. „Seeholzer Rapsgold“ hatte er ihn genannt.


    Da nun Ernte, Nachbehandlung und Fütterung bereits erledigt waren gab es eigentlich keinen Grund, zu den Beuten zu gehen. Dennoch wollte er gehen, denn er mochte es, den Staaten beim Trachtflug zuzusehen. In gewissem Sinne war es ein Lohn für sich. Mit diesen Gedanken schlief Vincent Sturm ein …


    … und erwachte nicht zum Geräusch des Weckers, sondern zu dem lederhäutigen Monster, das ihn gerade angriff.




    ((Hier ist der Song, den Vincent hörte und der auch die ungefähre Richtung beschreibt, in die sein Geschmack so geht:




    ))