Die Geschichte eines Wikingers

  • Name: Haldor Ragnarsson

    Geschlecht: Männlich

    Beruf: Schmied und Bootsbauer

    Geboren: 14. Mai 935 n. Chr.

    Zeitstand: 05. Oktober 969 n. Chr.

    Besonderheit: Wikinger: stur, brutal, kraftvoll, große Resistenzen



    Am Lagerfeuer


    Am Lagerfeuer sitzend und über die alten Zeiten parlierend, schwelgen mir einige Erinnerungen in meinem ach so zerstreuten Kopf. Die Runde ist groß, viele sind wir, die den letzten Raubzug überlebten, viele die wieder mit guter Beute heimkehren. So verteilt sich jeder um das Lagerfeuer, jeder weiß es seine ruhmreichen Geschichten prachtvoll zu schmücken. Arik, wie er immer wieder damit prahlen muss, wie viele Köpfe er schon zuhause von unseren Raubzügen gestapelt hat. Ragnar, welcher immer über seinen Plan philosophiert, die Römer auszulöschen. Ean, unser Schotte der Runde, lange Zeit ist nun vergangen, ehe er sich uns angeschlossen hat. Seine Heimat Schottland verlassen, keinem derer Stämme würdig. Ist er doch nur ein Thrall, doch mausert er sich gut. Mein Blick schweift in Richtung Ivar, immer der ruhigste unserer Runde, ein ruhiges Gemüt, aber doch bestimmt. Sein Blick, welcher den Flammen des Lagerfeuers entgegen gerichtet ist, wirkt kraftvoll, nachdenkend und doch voller Sorge. Viele Worte verwendet er nicht, doch ist er der Anführer unserer Runde. Seine tiefe und raue Stimme, ein Kriegsschrei, dem jeder folgen würde, der Feind davor erzittert. Doch worüber denkt er nach? Ist es die angehende Verantwortung als Jarl? Viele würden ihm zur Seite stehen, würde er diesen Schritt wagen. Doch sehe ich Sorge in seinen Augen…


    Haldor: “Ivar! Sprich, was liegt dir auf dem Herzen, denn deine Zunge scheint eingefroren?!”


    Stille folgt. Niemand zuvor hat es gewagt Ivar auf seine Gedanken anzusprechen. Ein kurzes Blinzeln seiner Augen, sein Blick wandert in meine Richtung. Ein durchdringender Blick erfasst mich. Kurz verweilt er mit seinen Augen auf mir, ehe sein Blick wieder in Richtung des lodernden Feuers wandert. Mit starker und tiefer Stimme antwortet er.


    Ivar: “Was denkst du Haldor Ragnarsson!?”


    Prompt antworte ich.


    Haldor: “Ich sehe große Stärke in deinen Augen, doch wirkt dein Blick trotz seiner Ausstrahlung nachdenklich und voller Sorge”


    Kurzzeitig kehrt wieder Ruhe ein, ehe er mit seiner tiefen Stimme ruhig und mit einem leichten Lächeln antwortet.


    Ivar: “Du denkst ich wäre voller Sorge? Da magst du vielleicht im Recht liegen Haldor… Sorge trage ich jeden Tag mit mir, Sorge euch alle wohlbehalten zurückzubringen. Aber trotzdem sehe ich jedesmal um die Flammen der von uns entzündeten Feuer die Gesichter unserer gefallenen Brüder wieder…”


    Auch ich blicke nun ins Feuer, wie sich jede Flamme windet und wendet, sie umschlingen sich und lösen sich am Zenit wieder auf, als wäre nie etwas passiert. Sein Worte lassen mich nachdenken.


    Haldor: “Ich denke nun sehe ich was du siehst Ivar…”

    Ivar: “Ja, genauso wie die Flammen Haldor, genauso wie die Flammen…”


    Seine Worte wirken etwas abgeschwächt, doch lasse ich mich nicht davon beirren. Meinen Blick wieder in seine Richtung gelenkt, setze ich nun auch ein entschlossenes Lächeln auf.


    Haldor: “Ivar, nein! Nicht genauso wie die Flammen Ivar. Wir bleiben und unsere Feuer werden höher lodern als alle andere. Überall werden sie unsere Flammen sehen und wissen, dass dies nur unser Geschlecht sein kann… Auf die Feuer!”


    Meine Faust geballt strecke ich sie dem Sternenhimmel empor, meine Brüder folgen meinem Ruf, doch Ivar lächelt, nickt nur respektvoll und widmet sich wieder lautlos den Flammen unseres Feuers. Das Gelage tobt, jeder trinkt von den Hörnern, Lieder werden gesungen, Lieder über das Werden der Welt, unseren Göttern und unseren Stolz. Doch war unser Leben nicht einfach. Alle die hier nun sitzen, mussten einen schweren Weg gehen…



    Gedankengänge


    Mit Unwohlsein erinnere ich mich zurück an meine Kindheit. Einer von wenig Überlebenden des extrem kalten Winters. Viele verstarben, doch waren mir die Götter wohlgesonnen. Ich überlebte die ersten Jahre meines Lebens. Doch blieb mir, so wie es Tradition ist, in meinem siebten Lebensjahr nicht erspart, mich als Mann zu beweisen. Meine Sippe zeigte mir die Schmiedekunst, den Abbau der benötigten Rohstoffe und die Verarbeitung. Meist musste ich anfangs nur die mit Erz gefüllten Körbe schleppen, es sei die Kraft die mir noch fehle, meinte mein Onkel. Quälende Jahre musste ich über mich ergehen lassen, doch wurde ich von Tag zu Tag stärker und geschickter. Mit jedem Hammerschlag auf das glühende Metall, wurden meine Bewegungen genauer und kraftvoller. Schnell lernte ich, dass das Schmieden und der Bootsbau nicht weit voneinander getrennt sind. Verstärkungen der einzelnen Dielen erreicht man nur durch gut geschmiedetes Metall. Haken und Krallen ließen sich einfach schmieden und dienten zur Befestigungen vieler Dielen, die unsere Drachenschiffe zusammenhalten, als würden sie nie auseinander brechen können, Drachenschiffe, auf welche ich heute auch in den Raubzug fahre. Viele Jahre musste ich diese Handwerke von jung auf lernen, auch um stärker zu werden. Der Umgang mit Schwert und Speer war sehr wichtig, schnell konnte man an den Raubzügen zu Opfern werden. Doch vermisse ich jedesmal meine Heimat. Weit auf offener See sehe ich die weite des Ozeans. Was mag wohl dahinter liegen? Viele Gewässer haben wir erkundet, viele Dörfer niedergebrannt. Selbst die Römer weichen unserer Heerschar, doch scheinen sie nun gefährlich zu werden. Sie wollen ihr Reich wieder entstehen lassen in vollem Glanz. Mögen sie es nur versuchen, nichts vermag unserer Schwerter Einhalt zu gebieten. Ihre Schilde werden wieder bersten, ihre Speere zerschellen. Behaltet eure Missionare, sie sind bei uns nicht willkommen. Ein Baum nach dem anderen wird brennen, ihre Leichen an den Ästen geknüpft!



    Der Stille Tod...


    Die Lieder verklingen, ruhig wird das Feuer, die Hörner leer. Es wird Zeit etwas Rast zu finden. Viele meiner Brüder schlafen schon, träumen von der Heimkehr, doch ist der Weg noch weit und gefährlich. Auch Ivar legt sich zur Rast, die Flammen mit Erde erstickt beginne ich nun meine Wache, mein Schwert und mein Speer an meiner Seite. Abseits des Lagers blicke ich in den Sternenhimmel, suche wie jeden Tag den Himmel nach den Göttern ab, hinterlasse ihnen ein Gebet, bitte um ein Zeichen. Schwere Zeiten stehen vor uns, werden sie an unserer Seite kämpfen? Ist unsere Sippschaft in Sicherheit? Mein Blick wandert zu Boden, mein Schwert fällt in mein Blickfeld. Ich betrachte die eingravierten Runen, eine große Bedeutung tragen sie mit sich, ein Symbol, welches mich immer wieder erinnern lässt. Die Nacht ist ruhig, zu ruhig… Meine Hand umklammert den Griff meines Schwertes, jederzeit bereit, bereit auf das was gleich kommen mag. Geräusche rings um unser Lager. Ein Hinterhalt? Langsam ziehe ich das Rufhorn, ein Atemzug und jeder meiner Brüder steht bereit. Ich versuche zu erkennen. Bewegungen in den Büschen, Bewegungen im Geäst der nahen Bäume. “Kommt!” flüstere ich mit einem Lächeln auf den Lippen “Kommt meine Brüder!” rufe ich, ehe mein Rufhorn einen lauten Ton durch meinen gepressten Atem gibt. Zahlreich rückt der Feind im Kriegsgeschrei näher. Ich erkenne… Römer? Was machen die hier in dieser Gegend? Ein Hieb nach dem anderen, reiße ich drei meiner Feinde mit meinem Schwert mit, ehe es kalt in meiner Brust wird. Ein Speer durchbohrt meine Brust, langsam sinke ich zu Boden. Blut überall Blut… Nun kehre ich ein in die goldene Halle, in das Reich der Götter, meiner Ahnen. Einmal noch, ein einziges mal noch will ich mich hochraffen, dem Kampf beiwohnen, doch lässt es meine schwindende Kraft nicht zu. Die Sicht trübt sich, ein Schatten bleibt über mir stehen. Ich strecke die Hand aus, doch wird alles schwarz, nichts ist mehr zu sehen, nun werde ich gehen… Dachte ich...

    "Das alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen!"